Alles Wichtige rund um die Richtige Technik
Hier dreht sich alles um die Technik des Stickens. Angefangen bei ‚Was brauche ich?‘ bis hin zu wichtigen Umrechnungsformeln wird hier vieles über das Sticken erklärt.
Ein schönes Handarbeitsergebnis hängt nicht nur von der eigenen Kreativität und Geschicklichkeit ab. Wichtig ist auch, dass der Stoff, den man besticken möchte, das Stickgarn und die Stickart, für die man sich entscheidet, gut aufeinander abgestimmt sind. Außerdem braucht man das richtige Werkzeug: Passende Nadeln, das gewünschte Stickgarn, eine spitze Schere, einen Stickrahmen, Lineal, Zentimetermaß und einen Bleistift. Ein Kugelschreiber wird für das Übertragen von Mustern auf Papier benötigt. Falls ein Motiv mit Kreide-Puder auf Stoff übertragen wird, benötigt man zusätzlich einen Pfriem, um die Löcher auf das Papier zu stechen.
Bei Stickereien ist vor allem zu beachten, dass auf der Rückseite des Motives niemals richtige Knoten gemacht werden. Die Knoten würden sonst das Motiv von vorne uneben erscheinen lassen, wenn man es z.B. in einen Bilderrahmen spannt. Außerdem würden die Knoten beim Waschen aufgehen. Die losen Fäden, welche auf der Rückseite des gestickten Motives entstehen, werden somit nur mehrmals mit der Nadel durch die gestickten Stiche auf der Rückseite gezogen und dann sorgfältig abgeschnitten.
Für gezählte Stickereien verwendet man immer eine Nadel ohne Spitze. Für nicht fadengebundene Stickerei (z.B. Weißstickerei / freie Stickereien) verwendet man Nadeln mit Spitze der Dichte des Stoffes und dem Stickgarn entsprechend.
Bei fast allen Sticktechniken ist es sehr viel einfacher gleichmäßig zu sticken, wenn man den Grundstoff in einem Stickrahmen straff spannt. Unsere Stoffe sind meist etwas härter ausgerüstet – sprich sie sind etwas steifer – sodass man sie auch relativ gut ohne Stickrahmen besticken kann. Das sollte jedoch jeder letztendlich selbst für sich entscheiden, ob ein Stickrahmen notwendig ist oder nicht.
Generell wird die Feinheit eines Stoffes an der Fadenanzahl pro cm gemessen. Das bedeutet, je mehr Fäden auf einen cm kommen, desto feiner ist der Stoff und desto kleiner wird das gestickte Motiv.
Für fadengebundene Stickerei – wie z.B. beim Kreuzstich – ist es unverzichtbar, dass der Stoff die gleiche Anzahl Kett- wie Schussfäden pro cm besitzt. In amerikanischen Vorlagen findet sich häufig die Angabe ct. (= count/Fäden), was die Anzahl der Fäden pro inch (1 inch = 2,54 cm) angibt. Daraus ergibt sich oft die Notwendigkeit einer Umrechnung in die gewünschte Einheit.
Da sich die Aida-Bindung von der Leinwandbindung unterscheidet, indem nicht über zwei Fäden, sondern in Löcher gestickt wird, wird hier „per Loch“ gezählt und dies als Stich bezeichnet.
Umrechnung von ct. in cm:
Rechung → count/inch : 2,54 cm/inch
Beispiel → 18 ct. in cm → 18 : 2,54 = 7 Fäden/cm
Umrechnung von cm in ct.:
Rechnung → Fäden/cm * 2,54 cm/inch
Beispiel → 7 Fäden/cm in ct. → 7 * 2,54 = 18 ct.
Größe Kreuzstich:
Rechnung → 1 cm : Kreuzstiche pro cm
Beispiel → 1 cm : 5 Kreuzstiche pro cm = 0,2 cm pro Kreuzstich
Kreuzstiche pro cm:
Rechnung → Fäden pro cm : 2*
Beispiel → 7 Fäden pro cm : 2 = 3,5 Kreuzstiche pro cm
*wenn über 2 Gewebefäden gestickt wird
Motivgröße in cm:
Rechnung → Anzahl Kreuzstiche * Kreuzstichgröße
Beispiel → Motiv Breite 20 Kreuzstiche und Höhe 50 Kreuzstiche
Breite: 20 * 0,2 = 4 cm
Höhe: 50 * 0,2 = 10 cm
Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn man nicht eine konkrete Anleitung nacharbeiten möchte, wo Stoff und Motiv bereits vorgegeben sind, sondern man Motiv und Stoff selbst wählen möchte. Die anschließenden Rechnungsformeln beziehen sich auf Stoffe mit Leinwandbindung.
Beispiel 1: Man möchte ein Motiv mit Kreuzstich sticken, wobei ein Kreuz über zwei Gewebefäden geht. Das gewünschte Motiv hat z.B. eine Größe von 125 * 75 Kreuzstichen – dies kann man ganz einfach aus der Stickvorlage abzählen. Als Stoff hat man sich z.B. einen BELLANA mit 8 Fd./cm ausgesucht und möchte, bevor man mit dem Sticken beginnt, wissen, wie groß das Motiv am Ende auf dem Stoff sein wird. Die anschließende Formel hilft dabei. Man kann diese Rechnung natürlich auf alle anderen Zählstoffe ebenso übertragen.
Formel: Fadenzahl Stickfeld / Fadenzahl Gewebe pro cm = Stickfeldmaß in cm
Zuerst muss man ausrechnen, wie viele Gewebefäden man benötigt. Da das immer zwei sind, multipliziert man die Kreuzanzahl des Motivs mit zwei. Danach teilt man diese Zahl durch die Fadenzahl des gewählten Stoffes – in diesem Beispielfall bei BELLANA 8 Fäden. Das Ergebnis ergibt die Größe des Motives. Man muss diese Rechnung sowohl für die Breite als auch Höhe des Motives anwenden. Somit ergibt sich in diesem Fall ein Motiv von 19 x 31 cm.
Rechnung 1: 125 Stiche * 2 Gewebefäden = 250 Fd. / 8 = ca. 31 cm
Rechnung 2: 75 Stiche * 2 Gewebefäden = 150 Fd. / 8 = ca. 19 cm
Beispiel 2: Man hat eine Anleitung mit einem Stickmotiv und dem passendem Stoff. Allerdings möchte man gerne einen anderen Handarbeitsstoff mit einer aus der Anleitung abweichenden Fadenzahl verwenden und möchte nun wissen, wie groß das Motiv auf dem anderen Stoff wird. Angenommen in der Anleitung wird der Stoff DAVOSA mit 7,1 Fd./cm verwendet und das Motiv würde darauf 50 * 60 cm groß werden. Man möchte jedoch auf einem BELLANA mit 8 Fd./ cm sticken. Wie groß wird nun das Motiv?
Formel: Stickfeldmaß in cm * Fadenzahl im Gewebe pro cm = Gesamtfadenzahl Stickfeld
Man muss nun jeweils die Breite und Höhe des Stickfeldes mit der Fadenzahl des Stoffes aus der Anleitung (hier 7,1 Fd./cm) multiplizieren, um auf die Gesamtfadenzahl zu kommen. Um die Größe des Motivs auf dem neuen Stoff zu errechnen, muss man das Ergebnis durch die Fadenzahl des neuen Stoffes teilen (hier 8 Fd./cm). Wenn man das Motiv also auf einem BELLANA sticken will, würde das Motiv eine Größe von 44 * 53 cm haben.
Rechnung 1: 50 cm * 7,1 Fd./cm = 355 Fd. : 8 Fd./cm = ca. 44 cm
Rechnung 2: 60 cm * 7,1 Fd./cm = 426 Fd. : 8 Fd./cm = ca. 53 cm
Achtung bei Aida-Bindungen:
Da bei Aida-Bindungen nicht wie bei Leinwandbindungen über zwei Fäden, sondern in die Löcher gestickt wird, muss Folgendes beachtet werden: Ein Motiv auf einem Aida-Stoff ist halb so groß wie auf einer Leinwandbindung, wenn auf der gleichen Count-Zahl gestickt wird. Das bedeutet ein Aida-Stoff mit der Angabe 5,4 cm bis 14 ct. müsste auf einem Leinwandbindungsgewebe mit 10,7 cm bis 27 ct. gestickt werden, damit es exakt gleich groß wird.
Diese Verfahren sind vor allem für freie Stickereien gedacht. Andere Stickereien werden nach Zählvorlage gestickt. Bevor bei freien Stickereien losgestickt werden kann, müssen die ausgewählten Motive auf den Stoff übertragen werden. Dafür gibt es vier unterschiedliche Vorgehensweisen:
Möglichkeit 1: Hierfür benötigt man ein auswaschbares Vlies z.B. das Soluvlies von Freudenberg. Es handelt sich dabei um ein wasserlösliches Stickvlies und dient als Trägermaterial für alle freien Stickverfahren. Das Vlies kann ohne Rückstände in lauwarmem Wasser ausgewaschen werden. Diese Eigenschaften ermöglichen es, Stickereien auf sehr feinen und transparenten Stoffen herzustellen. Das Motiv wird einfach auf das Soluvlies aufgezeichnet und mit ein paar Stichen auf dem zu bestickenden Stoff fixiert. Nach dem Sticken wird das Vlies aus der Stickerei rausgewaschen.
Möglichkeit 2: Erst einmal muss die Musterzeichnung aus dem Buch mit Bleistift auf Pergamentpapier durchgezeichnet werden. Diese Zeichnung wird nun auf den zu bestickenden Stoff gelegt (dabei auf die richtige Plazierung achten), Schneiderkopierpapier dazwischen geschoben und die Linien auf dem Papier mit Kugelschreiber sorgfältig nach gezogen. Dann werden die Konturen auf dem Stoff mit umweltfreundlichem Fixativspray besprüht, damit die Linien beim Sticken nicht verwischen. Diese Methode eignet sich meist für Leinen, Halbleinen, Baumwolle und Seide, deren Oberfläche meist glatt ist.
Möglichkeit 3: Das Motiv wird mit Bleistift auf weißen Organza durchgezeichnet und mit Fixativspray besprüht. Man kann ein Muster auch mit farbigen Filzstiften auf Organza zeichnen. So bekommt man einen Eindruck, ob einem die Farbidee auch wirklich gefällt. Dann wird der Organza auf den Stoff geheftet. Der Organza muss rund um das Motiv mindestens so groß sein, dass er gut in einen Stickrahmen passt. Später wird er knapp neben der fertigen Stickerei abgeschnitten und die restlichen Organzafäden werden mit einer Pinzette ausgezupft. Wollstoffe, Samt und Frottee lassen sich nur auf diese Weise gut besticken.
Möglichkeit 4: Für Weißstickerei oder Nadelmalerei wird kein Organza benutzt, da sich die Organzafäden nach dem Sticken nicht mehr ausziehen lassen würden. Man kann für diese Sticktechniken mit einem Bügelstift alles auf Pergamentpapier zeichnen und auf einen glatten Stoff bügeln. Unbedingt dabei die Anweisung auf der Verpackung beachten! Am besten zusätzlich eine Probe machen, damit das Motiv seitenrichtig erscheint.
Die Punch Needle ist eine hohle Zierstichnadel, mit welcher das Garn von oben durch den Stoff gestochen wird. Es bilden sich hierbei Schlaufen auf der Rückseite, wobei die Schlaufenhöhe durch die Schafthöhe der Nadel bestimmt wird.
Man spricht bei dieser Technik nicht von einer Vorder- oder Rückseite, da beide Seiten als Vorderseite verwendet und miteinander kombiniert werden können. Man arbeitet beim Punch Needle auf der Flachseite – auf der Rückseite entsteht die Schlingenseite. Die Flachseite ist vom Bild viel klarer und detaillierter. Die Schlaufenseite ist dagegen weicher und gleichzeitig robuster.

Die Technik des Punch Needles reicht vom groben Punch Needle mit Wollgarnen bis hin zum sehr feinen Punch Needle mit Stickgarnen. Dementsprechend kommen bei dieser Technik auch die unterschiedlichsten Stoffe aus unserem Sortiment zum Einsatz.
Mit Hilfe von Waste Canvas kann man auf nicht zählbare Stoffe (Bekleidung, Taschen, etc.) Kreuzstichmuster sticken. Unser Waste Canvas ist ein Stramin, bei welchem die Gewebefäden mit einer speziellen Appretur versehen sind und sich diese im Wasser voneinander lösen lassen. Dafür verwendbare Stramine sind unsere Artikel 500 und 510. Sie gibt es in verschiedenen Stichzahlen von 2,6 bis 18 count, sodass die Größe der Kreuzstiche und damit die Größe des Stickmotivs selbst bestimmt werden kann.
Für die konkrete Umsetzung den Stramin 8 bis 10 cm größer als das Stickmotiv zuschneiden und auf den Stoff heften. Wenn das Motiv fertig gestickt ist, die Stickerei mit etwas lauwarmen Wasser anfeuchten und den Stramin z.B. mit einer Pinzette Faden für Faden aus der Stickerei ziehen. Somit kann man ein mit Kreuzstichen gesticktes Motiv sauber auf einem nicht zählbaren Stoff sticken.



Für eine dicke Teppichqualität wird meist der Smyrnastramin (820/130) verwendet. Um auf diesem Stramin das beste Ergebnis zu erzielen, wird entweder mit Smyrnawolle, Teppichwolle oder zweifädiger Rya Wolle geknüpft. Für eine feinere Qualität empfiehlt sich der Feinsmyrna (955/180), auf welchem mit feiner Teppichwolle oder Acrylgarn geknüpft wird. Eine weitere Möglichkeit für das Knüpfen ist der Einsatz des ZWEIGART® Twists (9106, 9116, 1136 oder 9118). Auf diesen Straminen wird mit Teppichwolle oder Acrylgarn geknüpft.

Beim Knüpfen kann entweder der sogenannte Ghiordesknoten oder der Schlingenknoten verwendet werden. Beim Ghiordesknoten wird der Knüpfflor höher, allerdings kommt das Muster nicht so deutlich hervor. Beim Schlingenknoten wird ein dichter gefülltes Grundgewebe erhalten und das Muster wird durch den kürzeren Flor klarer deutlich.
Beide Knotenarten werden in Querreihen – dem vorgedruckten Muster entsprechend – geknüpft. Dabei wird an der linken, unteren Ecke des Designs begonnen und in vollständigen Reihen von links nach rechts und von unten nach oben gearbeitet. Es ist dabei wichtig, dass immer über die doppelten, waagrechten Querfäden des Stramins und nicht über die senkrechten, gedrehten Fäden geknüpft wird. Der erste Knoten sollte drei Stiche vom Rand entfernt nach innen gerückt beginnen.
Diese drei Reihen werden für den umstochenen Teppichsaum benötigt, welcher am Schluss über die eingeschlagene Straminkante gearbeitet wird.
Das Gewebe sollte beim Knüpfen beschwert werden, damit es nicht verrutschen kann und wird am besten an der Tischkante gearbeitet. Dies erleichtert das Einstechen des Knüpfhakens.
Mit unseren Straminen lassen sich nicht nur schöne Knüpfteppiche zaubern, sondern sie sind auch perfekt als Grundlage von PomPom-Teppichen geeignet. Meist wird dafür der Stramin „Zweigart Twist“ (Artikel-Nr. 9699) verwendet. Durch die Löcher im Gewebe lassen sich die PomPoms ganz einfach am Stramin befestigen und sorgen für einen schnellen Erfolg. Zudem ist der Stramin durch die gedrehten Gewebefäden sehr stabil und kann in jede beliebige Form geschnitten werden.
Für die PomPom-Technik können zahlreiche Wollgarne verwendet werden. Am schönsten wird das Ergebnis, wenn Acryl-Garne eingesetzt werden, weil diese die PomPoms schön flauschig werden lassen. Wie viel Wolle benötigt wird, hängt hierbei immer von der Dicke des Wollgarns und der Dichte der Wickeltechnik der PomPoms ab. Prym bietet dazu ein tolles Set an, mit welchem sich die PomPoms kinderleicht und sehr schnell wickeln lassen.
Um den Teppich fertig zu stellen, können die gleichen Randbefestigungen wie bei der Knüpftechnik angewendet werden. Am einfachsten und am schönsten gelingt jedoch ein sauberer Abschluss mit einem Schrägband in passender Farbe zu den verwendeten Wollgarnen.
Zum Befestigen der PomPoms kann man entweder eine große Nadel oder eine Knüpfnadel nehmen. Ganz einfach geht es aber auch mit einer normalen Haarklammer. Dazu einfach die zwei Fäden, die aus dem PomPom rausschauen in die Haarnadel spannen und die Haarnadel durch zwei Fäden im Stramin ziehen. Dann den Faden um den PomPom wickeln und die Fäden fest mit einem Doppelknoten verknoten. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass der PomPom nach dem Knoten eng am Stramin sitzt und nicht locker daran baumelt. Dann können die beiden Fäden mit etwas Abstand zum Knoten abgeschnitten werden. Anschließend werden alle PomPoms mit einem Abstand von 3 – 6 cm auf dem Stramin befestigt. Von hinten sieht der Stramin dadurch sehr sauber und ordentlich aus.
Bei der Verwendung von PomPoms in unterschiedlichen Farben empfiehlt es sich, bevor mit der Befestigung der PomPoms am Stramin begonnen wird, sich zu überlegen, in welchem Muster die PomPoms später auf dem Stramin angeordnet werden sollen und dies in einem Foto festzuhalten. So kann man ganz leicht die geplante Verteilung der PomPoms umsetzen.



Lerne die wichtigsten Stiche zum Sticken kennen
Es gibt zahlreiche Stickstiche, die in den verschiedensten Kombinationen zu einem gestickten Kunstwerk kombiniert werden können. Hier sind einige der wichtigsten Stiche erklärt.
Kreuzstich
Der Kreuzstich ist eine fadengebundene Technik, d.h. man zählt die Stiche einer Stickvorlage entsprechend auf dem Gewebe aus. Die Grundstiche verlaufen links unten nach rechts oben, die Deckstiche entgegengesetzt – gestickt wird meist über zwei Gewebefäden. Wichtig für ein gleichmäßiges Stickbild: Alle Deckenstiche müssen in der gleichen Richtung liegen.
Rückstich
Die Stickrichtung ist bei diesem Stich von rechts nach links. Der Rückstich ist ähnlich dem Vorstich, nur werden die Lücken, welche beim Vorstich entstehen, direkt mit einem Stich zurück gefüllt. Um ein schönes Stickbild zu erhalten, sollten die Stiche immer gleich lang gestickt werden.
Stielstich
Der Stielstich wird von links nach rechts gestickt und eignet sich besonders für geschwungene Linien. Von unten durch den Stoff stechen, einige Gewebeflächen nach rechts übergehen, einstechen, die Hälfte der übergangenen Fäden nach links auffassen und wieder nach oben ausstechen.
Plattstich
Der Plattstich besteht aus dicht nebeneinander liegenden, parallelen Stichen. Es kommt darauf an, die Stiche so gleichmäßig anzuordnen, dass die Oberfläche der Stickerei glatt und seidig erscheint. Die Stiche können von links nach rechts und von oben nach unten ausgeführt werden oder umgekehrt.
Vorstich
Der Vorstich wird von rechts nach links gearbeitet und ist der einfachste Stich beim Sticken. Zwischen den einzelnen Stichen entsteht stets eine kleine Lücke, da der Faden hier auf der Rückseite des Stoffes verläuft.
Holbeinstich
Der Holbeinstich wird auch als doppelter Vorstich bezeichnet und sieht auf der Vorder- und Rückseite genau gleich aus. Er setzt sich aus zwei Vorstichen zusammen, die zuerst in die eine Richtung und anschließend wieder zurück gestickt werden, wodurch die Lücken des ersten Vorstiches gefüllt werden.
Diamantstich
Beim Diamantstich wird über einen normalen Kreuzstich noch ein senkrechtes Kreuz gestickt.
Spanntstich
Von unten nach oben durch das Gewebe ausstechen, in der gewünschten Stichlänge wieder einstechen und dann den Stich in optisch gutem Abstand wiederholen.
Spinnenstich
Als Spinnenstich wird ein Spannstich bezeichnet, der von einem Mittelpunkt strahlenförmig nach außen läuft.
Knötchenstich
Der Knötchenstich liegt plastisch auf dem Stoff auf. Bei Blütenmotiven bildet er oft den Mittelpunkt. Man sticht von links durch den Stoff, wickelt den Faden unmittelbar am Ausstich zweimal oder mehrere Male um die Nadel, sticht knapp neben dem Ausstich wieder ein und zieht den Faden an. Das Knötchen wird dabei mit der Hand etwas festgehalten. Wie groß das Knötchen werden soll, richtet sich danach, wie oft der Faden um die Nadel gewickelt wird.
Margeritenstich
Der Margeritenstich besteht aus einem Kettenstich, der an der Schlinge mit einem Spannstich festgehalten wird. Man sticht von links durch den Stoff, bildet eine Schlinge, sticht in die Ausstichstelle zurück, fasst einige Gewebefäden auf, sticht innerhalb der Schlinge wieder auf die rechte Stoffseite und hält sie mit einem kleinen Spannstich fest.
Langettenstich
Der Langettenstich wird als Umrandungsstich verwendet. Vor allem in der Hardanger-Stickerei ist er daher sehr wichtig. Der Stich wird von links nach rechts gearbeitet. An der gewünschten Stelle mit der Nadel ausstechen, nach rechts oben ein paar Gewebefäden übergehen, wieder einstechen und senkrecht in Stichhöhe wieder ausstechen. Der Faden liegt unter der Nadelspitze. Nach rechts oben ein paar Gewebefäden übergehen und in gleicher Höhe den Stich wiederholen.
Kettenstich
Die Stiche müssen beim Kettenstich locker liegen, sonst entsteht statt der Kette eine dünne Linie. Der Abschlussstich der Kette wird wie beim Margeritenstich gestickt. Die Stickrichtung ist bei diesem Stich von rechts nach links oder von oben nach unten.
Zweigstich
Der Zweigstich wird meistens als Zierstich eingesetzt.
Du möchtest mehr Hintergrundwissen?
Dann bist Du hier genau richtig und erfährst alles Wichtige über Gewebe im Allgemeinen sowie wichtige Infos zur Pflege von gestickten Handarbeiten.
Ein Gewebe ist ein textiles Flächengebilde, das aus zwei Fadensystemen besteht, die sich rechtwinklig verkreuzen. Bei Handarbeitsstoffen haben Kette und Schuss die gleiche Fadenzahl.
Ein Fadensystem ist eine Anordnung von vielen parallellaufenden gleich langen Fäden. Das Längssystem heißt Kette, das Quersystem heißt Schuss. Die Verflechtung von Kette und Schuss erreicht man auf dem Webstuhl und heißt weben. Die Art, in der sich Kette und Schuss kreuzen, heißt Bindung. Die zeichnerische Darstellung der Bindung ist die Bindungspatrone, in der fadenweise die Hebungen der Kettfäden dunkel, die Senkungen hell gezeichnet sind.
Die Leinwandbindung – auch Tuchbindung genannt – ist die kürzeste Verflechtung der Kette mit dem Schuss. Jeder Kett- und jeder Schussfaden liegt wechselweise einmal oben und einmal unten. Die Bindepunkte sind schachbrettartig angeordnet und das Gewebe hat beidseitig das gleiche Aussehen. Gestickt wird meist über zwei Gewebefäden.
Die Aidabindung – auch Scheindreher oder Ajourbindung genannt – ist abgeleitet von der Leinwandbindung durch Zusetzen und Wegnehmen von Hebungen. Quadratische Blöckchen aus im Versatz angeordneten Flottungen von Kett- und Schussfäden, an deren Ecken sich kleine Löchlein bilden sind typisch für diese Bindung. Deshalb ist Aida auch das klassische Grundgewebe zum Erlernen gezählter Stickerei.

Wenn der Bindungsrapport der Kette so groß ist, dass er mit der Schaftmaschine nicht mehr gewebt werden kann, werden Jacquardmaschinen eingesetzt. Durch das Anheben einzelner Kettfäden können sehr feingezeichnete Bindungen (Fadenverflechtungen) hergestellt werden. Durch die Möglichkeit jeden Kettfaden einzeln zu bewegen, kann jedes erdenkliche Muster gewebt werden. Die Schaftmaschinen ermöglichen die Herstellung von einfachen Designs wie z.B. Streifen und Karos.
Unter einem Bindungsrapport versteht man die Mindestzahl der Kreuzungen von Kett- und Schussfäden für ein Bindungsmuster. Bei einem Bindungsrapport von bis zu 28 Schäften kann auf einer Schaftmaschine gewebt werden. Handelt es sich um mehr als 28 Schäfte, kommt eine Jaquardmaschine zum Einsatz.
Stramine sind offene, gitterartige Gewebe, die im Allgemeinen voll überstickt oder überknüpft werden. Sie sind fast ausschließlich Trägergewebe für Wolle und andere Stickgarne. Mit Hilfe unseres Waste Canvas können auch nicht zählbare Stoffe wie Bekleidung mit Kreuzstichmotiven bestickt werden
Deckenstoffe gibt es in Schaft- und Jacquardmusterung. Zu ihnen zählen auch die Damaste. Viele Deckenstoffe, die wir früher herstellten, hatten eingearbeitete Stickmöglichkeiten, durch welche es möglich war, den Stoff individuell mit Stickereien zu verzieren.
Fast alle unserer Handarbeitsstoffe haben eine festere Ausrüstung, damit sie auch ohne Stickrahmen leicht bestickt werden können. Nach dem Waschen werden die Stoffe weich. Sie können dabei jedoch etwas eingehen – dies sollte berücksichtigt werden. Generell gilt bei bestickten Stoffen: Stets auch die Pflegehinweise der verwendeten Garne beachten.
Außerdem ist zu beachten:
- Fein-Waschmittel ohne optischen Aufheller verwenden.
- Farbige, folkloristische Stickereien immer getrennt waschen, weil sonst der Farbüberschuss ausbluten kann.
- Nur leicht schleudern und die Maschine nicht zu sehr füllen. Außerdem nie reiben, sondern immer nur leicht ausdrücken.
- Wenn man Wollstickgarne verwendet hat, ist eine Handwäsche erforderlich – die Handarbeit kann sich sonst in der Maschine verfilzen!
- Stickereien mit synthetischen und metallisierenden Garnen möglichst vorsichtig und von Hand waschen, da Metallgarn gern splittert.
- Nicht im Trockner trocknen – die Stoffe laufen sonst ein!
- Baumwollstickereien nach dem Waschen sofort aufhängen und Wollstickereien in saugfähige Tücher einrollen.
- Von links auf einer weichen Unterlage bügeln, sodass das Muster auf der Vorderseite plastisch wird.
- Leinen und Leinenmischungen leicht feucht bügeln.
- Fleckenbehandlung: Helle Stickereien über Nacht in Feinwaschmittel legen und anschließend waschen.
